Vier von unseren neun Lehrnenden absolvierten dieses Jahr ihre Abschlussprüfung und bestanden diese mit Bravur, was uns erlaubte, die vier Lehrabgänger zu gautschen.
Das Gautschen ist ein alter, bis in das 16. Jahrhundert rückverfolgbarer Buchdruckerbrauch, bei dem ein Lehrling nach bestandener Abschlussprüfung im Rahmen einer Freisprechungszeremonie auf einen nassen Schwamm gesetzt und in einer Bütte untergetaucht wird. Die sogenannte Buchdruckertaufe wäscht symbolisch die Sünden der Lehrjahre und den Bleistaub ab.
Zu einem Gautschakt gehören neben dem Gäutschling der Gautschmeister, der erste und zweite Packer sowie der Schwammhalter. Meist gibt es noch eine unterschiedliche Zahl an Zeugen, die auch auf dem Gautschbrief ihre Anwesenheit durch Unterschrift bekunden. Nass geht es auch heute noch zu wenn gegautscht wird. Aber nicht nur der Täufling wird nass, sondern oft auch die Packer und Zuschauer.